Nach einer Stunde Warterei am Flughafen war es endlich soweit – wir bekamen Nachwuchs. Unsere Zweier-Reisegruppe verdoppelte ihre Teilnehmerzahl. Mit Ronny und Janet aus dem schönsten Dorf der Welt (Wer weiß, wo das ist, der bekommt einen Preis!), sollten uns 3 tolle und lustigeWochen bevorstehen. Der Anfang wurde schnell gemacht. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase in Cuzco gings 5 Uhr Nachts auch gleich auf die erste große Tour – der Dschungel stand vor der Tür und sollte für die nächsten 4 Tage unsere Heimat sein.
Von Cuzco aus chauffierte uns einer der langsamsten Vans der Welt (ein Ford, was sollte es anders sein?!) über hohe Berge und tiefe Täler in Richtung des Nationalparkes Manu! Dieser bildet einen Teil des südlichen Amazonasbeckens und somit die Quelle des wasserreichsten Flusses der Welt! Außerdem besitzt der Manu Park auch einen Teil Hochland-Dschungel, den Nebelwald, der sich bis in eine Höhe von 4000m erstreckt. Mit dem klapprigen Ford kämpften wir uns nun durch den dichten Nebel den einspurigen, feuchten Pfad abwärts Richtung Paucartampo, dem Tor zu Tarzans Spielwiese. Trotz des unglaublich niedrigen Tempos schaffte es unser talentierter Fahrer einer kleinen grünen Schlange die Vorfahrt zu schneiden und ihr direkt über den Kopf zu fahren. Der restliche intakte Körper wurde dann zum Spielball der Fotografen und Schlangenantatscher. Nach diesem Schreck durften wir später in einer gemütlichen Regenwald-Lodge übernachten und unsere vom Van geknickten Glieder beim Vogelbeobachten wieder voll entfalten. Mit ein wenig Glück sahen wir Perus Nationalvogel, den Gallito de las Rocas. Dieser „Felsenhahn“ leuchtet mit seinem roten Gefieder wie eine Verkehrsampel im Gebüsch und schreit wie am Spieß herum. Auch Schmetterlinge in allen Farben flatterten um uns herum. Besonders schön war dabei ein Exemplar mit transparenten Flügeln.
Der nächste Tag wurde gleich abenteuerlich begonnen. Es ging mit dem Raftingboot den Fluss herunter, der später einmal der Rio Madre de Dios werden soll. Das Rafting war zwar recht anspruchslos, doch die tolle Natur und die witzige Besatzung des Bootes machten den Ausflug zum Erlebnis. Zu sehen gab es Wasservögel, Adler, große Spinnen am Steilufer und jede Menge undurchdringlichen Urwald. Auch schwimmen durften wir, obwohl es uns nicht wirklich geheuer war, nachdem wir in Bolivien die vielen Kaimane gesehen hatten. Aber wer möchte schon so einen knochigen Körper kauen müssen, wenn er auch leckeren Frischfisch haben kann...wir freuen uns schon auf die kalorienreiche Weihnachtszeit!
Der restliche Weg zur zweiten Urwald-Lodge wurde schließlich in einem Langboot mit Außenborder zurückgelegt. Die Lodges bestanden aus moskitodichten Schlafhütten und schönen Esshäusern, Duschen waren zwar auch vorhanden, jedoch gab es kaum genug Wasser. Dafür befanden sich um die Lodge herum viele Wanderwege, die wir zusammen mit unserem allwissenden Guide erkundeten. Dabei sahen wir eine Unmenge an interessanten Pflanzen, wie z.B. wandernde Palmen, Schlingpflanzen, Farne, Bäume, bunte Blüten uvm. Auch die krabbelnde Tierwelt versteckte sich nicht vor uns, sodass wir mit riesigen Ameisen, Fröschen, Raupen und jeder Menge Moskitos in engem Kontakt standen. Dem Autan sei Dank, dass unsere Beine nur wir Streuselkuchen aussehen...mehr sage ich dazu nicht!
Die Temperatur war recht angenehm für eine solche Dschungelregion, nur die extreme Luftfeuchte ließ uns alle unsere Kleidung innerhalb von Minuten durchschwitzen und später auch nicht wieder trocknen. Das war eckelig!
Auch der darauffolgene Tag hatte wieder etwas für die Adrenalin-Junkies unter uns zu bieten. Nach einer weiteren schweißtreibenden Wanderung auf einen Dschungel-Huckel, konnte man sich an einem Stahlseil über, bzw. zwischen den Baumkronen der Bäume und Farne herunterrollen lassen und die Aussicht genießen. Nach 5 langen Rollpassagen folgte noch ein 10m-Abseilen in den dichten Urwald. Wer sich da nicht wie Tarzan an der Liane gefühlt hat, der ist selber Schuld oder hat die Filme nicht gesehen.
Bei einer weiteren Wanderung im strömenden Regen mit anschließender Floßfahrt über einen kleinen See, konnten wir ein paar schöne Wasser vögel und ein Päarchen Capiwaris beobachten. Leider ist uns jedoch keine der dort vorkommenden Boa Constrictor über den Weg gerutscht. Das wäre auch zu schön gewesen. Dafür durften wir vielen großen und bunten Papageien beim Knabbern an den nährstoffreichen Steilwänden des Ufers zuschauen. Sie neutralisieren damit ihren giftigen Mageninhalt, den sie bekommen, wenn sie zu viele unreife Früchte und Samen essen.
Bei einer Nachtwanderung hatte ich dann noch die Möglichkeit viele kleine Insekten und Frösche zu sehen. Die Highlights hierbei waren eine ca. 15cm durchmessende, extrem haarige Spinne und ein giftiger Frosch, die neben mir im Blätterwerk saßen.
Der letzte Tag bestand wiederum aus einer langsamen Fahrt mit dem Ford-Van, die aber zur Abwechslung durch kleinere Pannen-Pausen unterbrochen wurde. Einmal war der Querlenker der Vorderachse locker und wurde mit einem Gummiband geflickt und ein anderes Mal war plötzlich das Kupplungspedal lose und unser talentierter Fahrer ist im 2. Gang ohne Kupplung angefahren – also mit dem Anlasser! Unglaubliche Sachen erlebt man hier. So muss das sein!
ich hab da kontake zu nem kfz-meister ;)
AntwortenLöschenschickt uns doch flugtickets u er kann sich den kerren mal vornehmen..lach..ohjeeee dachte autan ist ne wunderwaffe^^ bei "normalen" mücken scheint dfas ja auch zu klappen ;)
schön so viel von euch zu lesen. freu mich immer wieder über den blog :D
lg karo