Samstag, 27. November 2010

Die Heilige Stadt

Erst 1911 entdeckten Forscher inmitten der peruanischen Anden eine vom Dschungel überwucherte Inka-Stätte, die von ganz besonderem Wert für die Geschichte Südamerikas und Perus sein sollte – Machu Picchu! Auf einem Berg nahe Aguas Calientes gelegen, soll hier einer der symbolträchtigsten religiösen Orte der letzten Inkas gewesen sein. Schon alleine deshalb freut es die einheimische Bevölkerung besonders, dass die zerstörerischen Spanier auf ihren Kreuzzügen im 16. Jahrhundert durch Südamerika das riesige Bauwerk nicht gefunden haben. Nirgendswo ist ein christliches Kreuz zu sehen und auch die Mauern und Häuser wurden nicht abgerissen, um die Steine anderswo einzubauen. Alles ist noch so gut erhalten, wie es die Inkas vor vielen Jahren verlassen haben.


Mehrere Wege führen nach Machu Picchu. Aus zeitlichen Gründen wanderten wir nicht den berühmten Inkatrail, sondern nutzten ein weitaus moderneres Hilfsmittel – den sauteuren Zug! Morgens um 4.30 Uhr standen wir auf der Matte und waren pünktlich 6 Uhr vor den Toren der steinigen Tempel- und Wohnanlage, um unter den ersten 400 Besuchern zu sein. Somit hatten wir das Privileg nicht nur zwischen den perfekt gebauten Steinwänden herumzustromern, sondern auch auf den markanten Huayna Picchu klettern zu dürfen. Dies ist der spitze Berg im Hintergrund eines jedes Postkartenmotives.

Doch ersteinmal wurde unsere Freude – sprichwörtlich - mächtig getrübt, da bei unserer Ankunft dichter Nebel herrschte und somit von den makelosen Steinwällen nichts zu sehen war. Nach 2 Stunden unendlichen Wartens am „Postkartenfotoschießpunkt“ klarte der Himmel plötzlich auf und bescherte uns einen traumhaften Blick über die Anlage. Die verbleibenden Nebelbänke bescherten uns dabei ein mystisches Bild.


Bei makellosen Wetter konnten wir die Inka-Ruine von nun an richtig genießen. Wir schlenderten herum, zirkelten um dicke schwitzende Bustouristen herum und machten Umarmungsbilder mit einer ganzen Klasse von peruanischen Schulkindern. Um 10 Uhr durften wir die Besteigung des Huayna Picchu beginnen.

Schon am Eingang stand ein großes Schild, das dieser Kletterweg nichts für schwache Nerven und nur für Menschen mit guter Kondition geeignet ist. Nach wenigen Metern stieg der Weg steil an, um nach 40 Minuten Kletterei an einer fast senkrechten Wand zu enden. An dieser mussten wir dann auf allen Vieren die sehr engen Stufen hochkraxeln. Die Stufen waren so klein, dass von meinen Schuhen, die ja eine Größe kleinerer Einmannkanus besitzen, nur die Spitze heraufpasste. Eine knifflige Angelegenheit! Oben auf dem Gipfel erwartete uns leider nicht, wie erhofft, eine Baute mit Germknödel, Vanillesauce und Mohnkrümeln, sondern ein Knäul von anderen Touristen, die sich auf der kleinen Spitze drängelten.


Die Aussicht war toll. Der Höhenunterschied vom Gipfel zum umgebenden Fluss lag bei nahezu senkrechten 1000m! Wuhahah...“gut festhalten“ war deshalb beim Abstieg geboten!

Nachdem wir jeden Stein, jede Höhle und alle Lamas ausgiebig besichtigt hatten, ging es mit dem Bus zurück nach Aquas Calientes, wo ein leckeres Restaurant auf unsere Bestellungen wartete. Nach 10 Stunden wandern, klettern und herumsitzen auf Machu Picchu reichte es uns für den heutigen Tag mit Sightseeing! Zug und Bus brachten uns schließlich zurück nach Cuzco.

Das waren zwei sehr lange Tage! Die Aussichten auf die perfekten Ruinen und die imposante Natur ringsherum waren aber jede dieser Anstrengung wert.

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