Auf dem Weg vom Dschungel zurück nach La Paz haben wir einen kleinen Zwischenstop in Coroico eingelegt, einer kleinen Stadt im Hochlanddschungel. Die Fahrt mit dem Bus war sehr aufregend, da die Schotterpiste nicht unbedingt breit genug war für Bus und die entgegenkommenden LKWs. Im Ort haben wir uns ein tolles Hotel mit Pool geleistet (für unglaubliche 6€ pro Person), die Aussicht genossen und uns zu einer kleinen Wandertour aufgemacht. Dabei entdeckten wir 3 Aras und sahen viele Coca-Felder. Der Anbau von Cocablättern ist laut Betäubungsmittelgesetz in Deutschland verboten und weltweit nur in Bolivien, Peru und Kolumbien gestattet, natürlich nur für legale Zwecke. Die Blätter werden nach der Ernte für 4 Stunden in der Sonne getrocknet und entweder zu Tee weiterverarbeitet bzw. von den Einheimischen zusammen mit Kalk gekaut. Dieses wandelt Kokain in ein anderes Alkaloid um und macht es löslich für den Speichel. Coca-Kauen gehört hier einfach zum alltäglichen Leben dazu, es hilft gegen die Höhenkrankheit, gegen Hunger und Schmerzen. Und ein Beutel mit Blättern ist für 0,50€ auf den Märkten zu erwerben. Wir haben das Ganze natürlich auch ausprobiert, aber die Blätter schmecken unglaublich bitter, so dass ich den Tee vorziehe.
In La Paz waren wir dann eigentlich nur für 1 weitere Nacht, da wir am nächsten Tag einen Ausflug zu der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätte Boliviens, nach Tiahuanaco, gemacht haben. Diese Prä-Inka-Kultur existierte zwischen 1500 v.Chr. und 1000 n. Chr. Sie gehörten mit zu den ersten Hochkulturen in Südamerika, hatten ihr eigenes Zahlen- und Kalender-System, stellten hochwertige Keramik her und bauten riesige Tempelanlagen. Diese waren mit einem natürlichen Megaphon aus Stein versehen, damit jeder Bewohner die Ansprache des Priesters hören konnte. Neben der Sonne als Energiebringer wurden der Condor als Herrscher der Lüfte, der Puma als Herrscher an Land und Fische als Herrscher im Meer verehrt. Die Wächter des Tempels waren riesige bis zu 7 m hohe Steinfiguren, die Priester darstellten. Seit 3 Jahren wird die Anlage rekonstruiert, aber es muss noch eine Menge getan werden, damit man eine Vorstellung von deren Prächtigkeit bekommt. Aber dafür hat unser Guide sein Bestes versucht, uns mit seinem schauspielerischen Talent die alte Kultur näher zu bringen.
| sorry für die Nackenschmerzen, wir konnten es leider nicht drehen! |
Auf dem Rückweg nach La Paz haben wir uns in einem Vorort herausschmeißen lassen und nahmen den Bus nach Copacabana am Titicaca-See. So idyllisch wie dieses Örtchen auch liegt als Tor zur Sonneninsel (der Geburtsstätte der Sonne nach Inka-Auffassung), einen entscheidenden touristischen Nachteil hat es dennoch: es gibt keinen Geldautomaten für ausländische Kreditkarten!!! Da wir abends ankamen und die Bank natürlich schon zu hatte, standen wir erst einmal ein wenig ratlos rum, bis uns zum Glück einfiel, dass wir noch ein paar Euros übrig hatten. So konnten wir dann endlich unsere hungrigen Mägen füllen – mit leckerer Forelle aus dem Titicaca-See. Chris ist sie jedoch nicht ganz so hervorragend bekommen und so fiel unsere geplante Tour zur Sonneninsel am nächsten Tag sprichwörtlich ins Klo. So sind wir nur ein bisschen in der Stadt herumgelaufen, z.B. waren wir bei der heiligen Jungfrau von Copacabana (der heiligsten Figur in ganz Bolivien)und hatten von einem Ausguck einen tollen Blick über den Titicaca-See, der mehr ans Meer als an einen See erinnert.
Am nächsten Morgen mussten wir uns auch schon auf den Weg nach Cusco machen, um Ronny und Janet (Chris bester Schulfreund) vom Flughafen abzuholen. Wenn ihr das hier lest, stürzen wir uns zu 4. auf peruanischer Seite gerade in neue Abenteuer.
sooo billige hotels??? krass....
AntwortenLöschenviel spaß beim freunde - treffen ;)
lg karo