Nachdem wir nun die Strände der Ostküste erobert haben und dort viel Sonne tankten, verschlug es uns jetzt in das Landesinnere der Nordinsel. Doch ganz vom Wasser weg kommt man dabei auch nicht wirklich. Am Lake Roturua und der gleichnamigen Stadt übernachteten wir u.a. direkt neben einem großen Wasserfall. Hier konnten wir sogar schwimmen gehen und tollkühnen Wildwasser-Raftern beim Üben zuschauen.
Die Region im Herzen Neuseelands Nordinsel ist aber wegen etwas anderem bekannt. Schon wenn man sich der Stadt nähert, merkt man diesen leichten - dann schnell zunehmenden - faulen Geruch in der Luft. Hier pumpen Geysire, kochende Seen und blubbernde Schlammlöcher Unmengen von schwefelhaltiger Luft in die Athmosphäre und erzeugen somit diesen widerlichen Gestank. Trotz der aufkommenden Übelkeit ist diese Region dadurch unheimlich interessant.
Der größte Geysir der südlichen Hemisphäre – der Pohutu-Geysir im Maori-Dorf Te Puia- spuckt sein heißes Wasser bis zu 30 m in die Höhe. Cool! In diesem Maori-Dorf wurden wir, gegen ein saftiges Eintrittsgeld, zu einer kulturellen Show eingeladen, wo wir Zeugen des traditionellen Begrüßungsrituals (dem Hongi) und einer Tanzaufführung traditionell bemalter Frauen und Männer sein durften. Sie benutzen dabei sehr extreme Mimiken und brüllen auch gerne mal rum. Auch wir standen auf der Bühne und durften diese Tänze nachmachen. Als Eingeborene machten wir gar keine schlechte Figur. :-)
Die nächste Station unserer geothermalischen Reise war der Lake Taupo mit seinen 3 großen Vulkanen im Tongariro-Nationalpark. Nachdem wir bei schlechtem Wetter auf einem Aussichtspunkt noch zwei andere Deutschen getroffen haben, beschlossen wir die für die nächsten Tag geplante Tageswanderung gemeinsam anzugehen. Philipp und Swantje sind gerade am Ende ihrer 6 monatigen Neuseelandreise angelangt und genossen noch die letzten Tage vor der Abreise. Sie passten sehr gut in unserer kleine Vierer-Reisegruppe und es sollte ein lustiger Tag werden. :-) Die 19,6 km lange und bergige Tongariro-Überquerung war eine der schönsten Tageswanderungen, die meine Wanderstiefel je gesehen haben. Es ging anfangs steil die Vulkanflanke hinauf, über groben Schotter, Lavafelder und gut präparierte Wanderwege. Ganz nebenbei hatte man einen traumhaften Blick auf den 2797m hohen und schneebedeckten Mount Ruapehu, dessen Bild auf vielen Neuseelandreiseführercovern prangt und der als Kulisse in der „Herr der Ringe“ Trilogie diente. Seine völlig frei in der Landschaft stehende Kegelform und die ihn umgebenden Lavafelder (wo wir gewandert sind) eignete sich hervorragend zur Darstellung des Schicksalsberges und der Region um Mordor. Zum Glück mussten wir uns beim Wandern nicht noch mit freilaufenden Orks rumärgern. Die hätten dann irgendwie die Idylle zerstört! :-) Auf dem Vulkan wurde es dann doch ziemlich kalt und windig, aber die Farben der Steine (von tiefrot bis gelb), der schwarzen Lava und der restlichen, knallharten Vegetation (manchmal grünlich, sonst graubraun) machten allen Frost vergessen. Nach diesem Höhepunkt auf ca. 1750m ging es nun steil auf Schotter bergab, bis 3 völlig unterschiedlich gefärbte Seen auftraten – ein knallgelber, ein blauer und ein grüner. Wieder so ein tolles Farbenspiel! Während der restlichen Stunde nahm die Vegetation stetig zu um so tiefer wir kamen, bis wir im tiefsten Urwald mit Bäumen, Büchen und wuchernder Vegetation zum Camper wanderten. Wow, was für ein abwechslungsreicher Tag!
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