Endlich sind wir in Dunedin angekommen! Von Christchurch aus haben wir den "NakedBus" genommen und sind damit recht kostengünstig in die 300km südlicher gelegene Universitätsstadt gefahren. Spannend war die Fahrt nur, da die Frontscheibe des Busses einen Steinschlag hatte, der sich durch den immensen Gegenwind immer weiter ausbreitete. Da war selbst die Busfahrerin nervös geworden! Katja hat uns dann vom historischen Bahnhof in der Innenstadt abgeholt und wir haben unsere Sachen in ihre Wohnung gebracht. Dabei haben wir gleich die Vorzüge eines Wohnmobils erfahren, denn ein plötzlicher Regenschauer durchnässte uns komplett. Etwas später am Tag ging es mit Sebastian - Katja's deutschem Uni-Kollegen - und seiner portugiesischen Mitbewohnerin Erkundungstour auf die Otago Halbinsel, die sich direkt an die Stadt Dunedin anschließt. Dort bekommt man bei schönem Wetter Pinguine, Albatrosse und Seelöwen zu Gesicht, wir hatten dank des Regens nur eine lustige Autofahrt. Naja, auch was Schönes. Die Stadt Dunedin (Dunid´n gesprochen) liegt wunderschön in bergigem Terrain und an einer großen Bucht, die von der Otago Halbinsel begrenzt wird. Auch hier wird der Hang zur Natur immer wieder deutlich. Überall sind Outdoor-Läden, Jogger, Wanderwege und Angebote zum Freizeitvergnügen. So gefällt uns das!
Am nächsten Tag haben wir uns einen kleinen Toyota Corolla ausgeliehen, unser Gepäck und Katja ins Auto gepackt und los gings in Richtung Süden. Wir wollten zum südlichsten Punkt der Südinsel und somit ganz nah ran an die Antarktik. Hier in den Catlins konnten wir zum ersten Mal nachvollziehen, dass Neuseeland mehr Schafe als Einwohner haben soll, denn fast jede Weide wird von den drolligen Wollproduzenten besiedelt.
Nachdem wir uns ein schönes Hostel abseits der Zivilisation gefunden hatten, machten wir noch eine kleine Wanderung bei rauem Wetter am Strand entlang. Während uns der Wind die Sandkörner um die Ohren wehte und wir mit der Kälte kämpften, wären wir beinahe an einem Seelöwen-Bullen vorbeigelaufen, der sich zum Schutz vor dem Wind mit Sand zugedeckt hatte und mitten auf dem Strand lag. Wir hätten auch nie erwartet, dass diese Tiere so riesig werden und hielten einen gehörigen Respektsabstand ein!
Unser nächster Tag startete sehr zeitig am Morgen, denn wir wollten die Cathedral Caves, ein Höhlensystem, was man nur bei Ebbe zu Fuß erreichen kann, besichtigen. Jedoch war dieser Wanderweg aufgrund der Witterungsverhältnisse (heftiger Wind und Regen) gesperrt, sodass wir gleich weiter zu einem versteinerten Wald gefahren sind. Dieser "petrified forest" ist ebenfalls nur bei Ebbe sichtbar - aber sehr viel sieht man auch bei Wenigwasser nicht mehr. Im Wind und vom tosenden Wasser umspült sind noch ein paar kleine versteinerte Baumstümpfe erkennbar, die schon viele viele Jahre alte sein sollen. Weiter ging es zum südlichsten Punkt von Neuseeland, dem Slope Point. Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Wind gespürt! Wir hatten auf dem Hinweg tatsächlich Probleme überhaupt einen Schritt vor den anderen zu setzen. Auf dem Weg zurück zur Seelöwenkolonie am Strand unserer Übernachtung haben wir noch an 2 wunderschönen Wasserfällen, den McLean und den Parakanui Falls, Halt gemacht. Und dann kämpften wir uns ein zweites Mal von der Jugendherberge durch den Sandsturm den Strand entlang und wurden diesmal sogar mit einer kompletten Seelöwenfamilie belohnt. Die mächtigen Tiere, die bis zu 500 kg schwer werden, ließen sich von uns überhaupt nicht stören und wir konnten uns bis auf 5 Meter heran pirschen.
Dies war aber nicht das einzige tierische Eerlebnis dieses extrem interessanten Tages. Schon fast auf dem Heimweg entschlossen wir uns noch spontan an einer kleiner Bucht anzuhalten, wo ab und zu Yellow-Eyed-Pinguine zu sehen sein sollen. Und tatsächlich entdeckten wir ein einziges Exemplar, das sich zum Trocknen in die Wiese gestellt hatte. Wir bezogen Stellung auf einer kleinen Anhöhe und hatten uns damit unwissentlich ca. 3 Meter neben dem Nest des Pinguins positioniert. Keine 5 Minuten später watschelte er tatsächlich ganz nah an uns vorbei und spielte Fotomodel. Vom eigentlichen Aussichtspunkt beobachteten wir noch 5 weitere Exemplare, wie sie von ihrer Nahrungssuche im Meer wieder in der Bucht landeten, sich trockneten und dann zu ihren Nestern watschelten. Einfach nur unglaublich, so hautnah dabei zu sein. Ihr könnt euch vorstellen, wie schwer es uns fiel, uns loszureißen und zurück nach Dunedin zu fahren. Insgesamt war es damit ein echt erlebnisreiches Wochenende, nachdem wir total kaputt ins Bett gefallen sind. Das raue Wetter hat ganz schön angestrengt, war aber sehr passend zur Natur.
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