Mittwoch, 13. Oktober 2010

Am Arsch der Welt!



Ein Traum geht in Erfüllung...Wir sind in der südlichsten Stadt der Welt, in Ushuaia auf der Insel Feuerland, angekommen! Der Weg hierher war laaang! Den 30 Stunden im Bus von Puerto Montt nach Punta Arenas schlossen sich nochmals 12 Stunden Geschaukel bis nach Ushuaia an, denn der Bus passiert hier nur noch eine Schotterpiste auf dem Weg nach ganz unten. Ushuaia präsentierte sich uns als eine schicke und durch und durch auf Tourismus eingerichtete Stadt, die aber aufgrund der bisher herrschenden Nebensaison noch etwas verschlafen ist. Wir fanden ein sehr gemütliches Hostel, welches uns sofort wegen dem familiären, holzigen Inneren und der angenehmen Wärme in den Zimmern gefiel. Bisher hatten alle Hostels zwar einen warmen Raum irgendwo, die Zimmer waren jedoch immer saukalt. Auch die Aussicht von unserem Zimmer auf den vor der Stadt liegenden Beagle-Kanal war phänomenal. Ushuaia´s Lage ist fantastisch: eingequetscht zwischen Beagle-Kanal und hohen Bergen liegt das Städtchen idyllisch da und schickt ab und zu ein kleines Ausflugsboot auf Erkundungstour der vorgelagerten Inseln.


Auch wir ließen uns das nicht entgehen und waren mit von der Partie. Auf einem kleinen Kahn ging´s hinaus auf den Kanal, der die letzte Möglichkeit darstellt, nicht das Kap Hoorn umschiffen zu müssen. Schnell soll hier das Wetter von traumhaft sonnig auf stürmig und gefährlich umschlagen. Viele Schiffe und Seeleute haben hier schon ihr Leben verloren und wir haben auf unserer kleinen Bootstour kein einziges davon wiedergefunden. Stattdessen sahen wir eine Menge Robben, Seevögel und fliegende Pinguine – auch Kormorane genannt. Robben sind so schnell und wendig im Wasser, dass es fast schon unmöglich ist, sie mit dem bloßen Auge zu beobachten, geschweige denn zu fotografieren. Um unser Boot tummelten sich 4 Exemplare im Wasser und fingen munter frischen Fisch. Unser Kapitän musste dabei stets auf der Hut sein nicht zu weit hinaus zu fahren, sodass wir nicht von der Himmelsscheibe fallen können. Eine häufige Unfallursache in solch einer abgelegenen Gegend am Ende der Welt!


Dass das Wetter schnell umschlagen kann, sollten wir auch bald am eigenen Leib erfahren. Noch während der Bootstour wehten dunkle Wolken heran und böiger Wind kam auf. Aus dem ruhigen Dahingefahre wurde plötzlich eine wilde Bootsfahrt mit hohen Wellen und Regenschauern. Die Vegetation hat sich an diese harten Wetterbedingungen angepasst und präsentiert sich spärlich und sehr robust. Nach 20 min. Sauwetter kam die Sonne wieder heraus und die Welt war wieder in Ordnung.


Die nächsten Tage verbrachten wir damit unser Erkältung, die wir uns durch den plötzlichen Kälteeinbruch auf dem Boot geholt hatten, auszukurieren und die Stadt und ihre Umgebung besser zu erkunden. Wir besuchten das Museo del fin del Mundo, welches sich ausgiebig mit den Ureinwohnern und ihrem unschönen Missionarenschicksal auseinandersetzt. Auch hier hat die Kirche gute Arbeit geleistet, die „unzivilisierte Welt“ auszurotten. Wie überall kamen mit den Weißen Krankheiten und die Zerstörung alter Traditionen einher. Schlimme Sache!



Ein weiterer Ausflug führte uns auf den Gletscher „Luis Martial“, der unmittelbar in den Bergen vor der Stadt liegt und ein nettes Ausflugsziel darstellt. Von hier hatte mal einen guten Blick über den kompletten Beagle-Kanal. Dieser wurde übrigens nach dem Hund der engl. Königin benannt, der vom Typ Beagle war. Der Ausblick und die schöne Schneewanderung von Meereshöhe auf immerhin knapp 1000m entschädigten auch dafür, dass wir den Nationalpark „Tierra del Fuego“ nicht mehr schafften und uns lieber gesund schliefen. Unsere nächsten Ziele in Patagonien laden ja schließlich auch alle zum Wandern ein. Allen voran der Nationalpark „Torres del Paine“.

2 Kommentare:

  1. Ohh Schniiaa, was ich das Zeuch vermisse!! Kommt ihr auch mal in häßliche Gegenden? Fotografiert ihr die auch mal? ;)

    Grüße aus dem kälter werdenden Jena,

    Jörg

    AntwortenLöschen
  2. lol. ich dachte san diago wäre hässlich genug ;)

    solche wetterumschwünge lasst ihr aber bitte da drüben ;)

    lg karo

    AntwortenLöschen