Keine Sorge - wir sind nicht krank. ;-)
Im Gegensatz zum chilenischen Pendant, strahlt die argentinische Hauptstadt nur so vor Flair. Auf Anhieb haben wir uns in Buenos Aires sehr wohlgefühlt. Gleich zu Beginn fanden wir uns inmitten eines Straßen-Tanz-Festivals wieder – ausgelassen wurde die Partnerschaft zwischen argentinischen und bolivianischen Tanzvereinen gefeiert, bis spät in die Nacht.
Am nächsten Tag haben wir nach und nach alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Mit dem Bus sind wir in den nördlichen Stadtteil Recoleta gefahren, der vor allem wegen seiner Solarblume, die sich morgens öffnet und bei Dämmerung wieder schließt, und dem Friedhof bekannt ist. Da hier ausschließlich die gehobene Schicht ihre letzte Ruhe findet, sind es natürlich keine normalen Gräber, sondern prunkvolle Mausoleen, eines verschnörkelter als das andere. Auch Evita Peron, die geliebte „Landesmutter“, wurde hier beigesetzt und die Touristen (wir natürlich auch) standen an um einen kurzen Blick auf den schwarzen Marmor zu werfen.
Danach gings zum großen Busbahnhof Retiro (mit 80 Gates), wo wir unser Ticket für die Fahrt nach Norden gekauft haben. Dafür mussten wir ganz schön tief in die Taschen greifen – der Preis war fast 3fach so hoch wie in unserem Reisefüher von 2008 angegeben. In den letzten 2 Jahren hat Argentinien einen unglaublichen Aufschwung erlebt, die Wirtschaft boomt wieder (nach dem beinahe Staatsbankrott 2002) und das Geld fließt. Aber wenn man überlegt, dass ungefähr 1400km zwischen Buenos Aires und Salta liegen, dann sind 70 Euro noch zu verkraften. Vom Bahnhof haben wir die U-Bahn zur Avenida de Mayo genommen, die die 2 Hauptgebäude von Buenos Aires verbindet - den Kongress und den Präsidentenpalast. Das Parlamentsgebäude wurde unübersehbar dem amerikanischen Capitol nachempfunden und der ehemalige Sitz des 1. Staatsmannes erstrahlt in feinem Pink. Für den Anstrich des „Casa Rosada“ ist Domingo Sarmiento verantwortlich, der symbolisch die Farben der verfeindeten Parteien Unitarier (weiß) und Föderalisten (rot) vereinigte, um die Einheit der Nation zu demonstrieren. Ganz in der Nähe steht auch der Obelisk, der 1936 zur 400-Jahr-Feier Buenos Aires aufgestellt wurde.
Danach haben wir uns ins sonntägliche Flohmarkt-Getümmel des Künstlerviertels San Telmo gestürzt um unsere Rucksäcke mit Souvenirs noch ein bisschen schwerer zu machen und Tangotänzer zu bewundern. Tatsächlich sind wir fündig geworden – wir sind jetzt stolze Besitzer einer Mate-Kalabasse. Jeder Argentinier hat mindestens eine solche „Tee-Tasse“ zu Hause um seinen Mate zu trinken. Mate-Tee sind die getrockneten Blätter und Triebe einer Stechpalme und eine Art Kaffee-Ersatz für die Argentinier. Zubereitung und Genuss werden regelrecht zelebriert und man sollte nie ablehnen, wenn man das bittere Heißgetränk angeboten bekommt, denn damit beleidigt man seinen Gegenüber. Im Gegensatz zum Mate, der in ganz Argentinien, Paraguay, Uruguay und auch im Süden von Brasilien verbreitet ist, konzentriert sich der Tango vorwiegend auf die Umgebung von Buenos Aires. Hier wird er aber mit einer solchen Hingabe getanzt, dass man als Europäer einfach nur neidisch werden kann. Nach der Vorführung eines professionellen Paares, tanzte auf einmal das halbe Publikum, Jung und alt, und einer besser als der andere. Denen liegt der Hüftschwung einfach im Blut. Zum krönenden Abschluss haben wir Asado ausprobiert, was wörtlich übersetzt Gegrilltes heißt. Und die Argentnier legen echt alles auf den Grill – riesige Fleisch-Spieße, Steaks, Rippchen und Innereien aller Art wie Herz, Leber, Nierchen... Sehr lecker, abgesehen von den Innereien.
Tags drauf haben wir uns in das etwas abgelegenere Viertel La Boca gewagt, von dem wir uns am Sonntag fernhalten sollten, da die ehemalige Fussballmannschaft von Maradona Heimspiel hatte. Von weitem schon war die „Pralinenschachtel“, wie das Stadion liebevoll genannt wird, zu sehen und an jeder 2. Hausfront war Diego Maradona verewigt. Ansonsten ist das Viertel wegen einem einzigen Straßenzug bekannt, dem El Caminito, wo ein Blechhaus bunter als das andere ist. Auch hier wimmelte es nur so von Tangotänzern bzw. solchen, die für tolle Touristenfotos posierten. Wir haben ein bisschen zugeschaut und dann war es leider schon wieder Zeit zu gehen um rechtzeitig am Busterminal anzukommen.
Alles in allem hat es uns super gut in Buenos Aires gefallen und wir hoffen, dass der Norden von Argentinien genauso viel zu bieten hat. Bis bald, ihr Lieben.
Oh wie schön!
AntwortenLöschenBei mir dauert es leider noch 2 Monate, bis ich endlich nach Buenos Aires komme. Danke für diesen schönen Bericht! ;-)
Liebe Grüße
Christina
Hallo, ihr beiden!
AntwortenLöschenDa habt ihr ja einiges von Buenos Aires mitbekommen - wahrscheinlich das Wichtigste, möchte ich fast sagen! Ich selbst habe sechs Wochen in dieser wunderschönen Stadt verbracht... und mich auf Anhieb in ihr Flair, ihre Viertel und ihre Bewohner verliebt! Im Vergleich dazu hat Santigao de Chile wirklich wenig zu bieten, das ist richtig... Viel Glücke auf eurer Weiterreise!!
Jana (derzeit in Bolivien...)