Samstag, 11. September 2010

Unsere Wal-Heimat

Angespornt von den hüpfenden Walen vom vorherigen Tag, saßen wir im Katamaran und schossen hinaus in die Bucht zwischen Fraser Island und der Ostküste Australiens um diese Meeresriesen von ganz nah zu beobachten. Mit dabei waren Jan und Isie, mit denen wir auch gemeinsam im Jeep herumgeschleudert wurden. Um es kurz zu fassen...der Trip war ein voller Erfolg und wir hatten letztendlich kein einziges Megabite Speicherplatz auf den SD-Karten mehr frei. Wir durften den Walen zuschauen, wie sie ihre gigantischen Heckflossen aus dem Wasser hoben um sie schließlich mit einem großen Klatsch auf die Oberfläche fallen zu lassen. Als „Spyhop“ wird bezeichnet, wenn die Wale senkrecht im Wasser stehen um dann den vorderen Teil ihres Körpers bis zu den Augen, die direkt hinter dem Maul liegen, aus dem Wasser heben. Sie haben ein wesentlich besseres Sehvermögen als wir Menschen – unter und über Wasser! Mit dem Spyhop schauen sie, wo ihre Artgenossen sind und außerdem sind sie in der Lage diese interessanten Touristenboote mit den lustigen kleinen Lebenwesen (das wären dann wir!) darauf zu begutachten. Zu einem Zeitpunkt umkreisten gleich 5 Wale unser Boot und machten den Spyhop direkt neben der Reeling – wir hätten sie beinahe anfassen können! Das Imposanteste ist jedoch, wenn sich ein Wal mit 2 oder 3 kräftigen Flossenschlägen von unten senkrecht aus dem Wasser katapultiert und kurz danach in einer riesigen Gischtwolke wieder im Wasser verschwindet, auch Breaching genannt. Dies dient dem Wal einerseits zur Komunikation mit anderen Meeresriesen, zum Abwaschen von Algen und kleinen Fischen und andererseits auch einfach nur als Spiel und Spass. Bei all diesen Kunststückchen jubelten die Menschen auf dem Boot und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Auch wir konnten es gar nicht richtig fassen, diese riesiggroßen Tiere soooo nah zu sehen. Durch ihre weißliche Bauchfärbung konnte man sie sogar sehen, wenn sie mehrere Meter unter unserem Boot durchtauchten. Ein gigantisches Erlebnis!! Eine weitere Finesse unseres Katamaranes waren 2 große Luken unten im Rumpf. Hierdurch sahen wir die Riesen, wie sie dicht am Boot „spyhopten“ oder einfach vorbeischwammen. Durch diese Fenster lukend, bekommt man ersteinmal ein Gefühl, wie groß und elegant diese Wale wirklich sind! Auf den kleinen Etappen von Walkolonie zu Walkolonie wurden wir auch öfters von verspielten Delfinen begleitet, die unser schnelles Schiff als Spielkamerad nutzten und viel herumsprangen. Nach der vortägigen Fraser-Offroadtour war dies sogar noch eine kleine Steigerung. Meine Lieblingstiere sind jetzt auf alle Fälle klar... (Grau-)Papageien! :-) Danach gings weiter auf dem Highway Nr. 1 in Richtung Brisbane. Doch zuvor legten wir einen Strandtag an der Sunshine Coast (genauer gesagt in Noosa) ein, wo wir lustigerweise von einem Jenaer Päarchen, mit denen wir zusammen einen Tanzkurs gemacht haben, wiedererkannt wurden. Die Welt ist wirklich ein Dorf. Brisbane statteten wir nur einen kurzen Besuch ab. Wir warfen einen Blick auf den „Stadtstrand“ South Bank Parklands und sind ein bisschen am Ufer des Brisbane Rivers bzw. in der Innenstadt spazieren gegangen. Die australischen Großstädte sind wirklich nicht weiter sehenswert. Daher sind wir direkt zur Gold Coast weitergefahren. Dieses Stück Australien ist vor allen Dingen aufgrund seiner fantastischen Surfstrände bekannt, daher auch der Name Surfers Paradise. Wer es mag vom Strand aus direkt auf Hochhäuser zu gucken, ist hier genau richtig. Wir haben hier eigentlich nur lecker im einzigen Hard Rock Cafe Australiens diniert. Der nächste Stop war in Byron Bay, einem netten kleinen Urlauberort, wo wir noch einmal auf Ulrike, Daniel und Chantal von unserem Fraser Island Ausflug trafen. Das war dann auch vorerst der letzte Sightseeing-Tag, da wir die nächsten 2 Wochen arbeitend (man mag es kaum glauben, dass wir dazu noch kommen ;-)) auf einer australischen Farm im Outback von New South Wales verbringen werden. Auf dem Weg dorthin, hielten wir noch kurz im Hippie-Ort Nimbin an, wo 1973 ein australisches Hippie-Festival (Aquarius Festival) stattfand, eine Art kleines Woodstock. Hier trafen wir auf viele gealterte Hippies, die ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Joints und ganzen Marihuana-Pflanzen verdienen. Das Örtchen hat sich quasi seine eigene, bunte Atmosphäre erhalten – vor 12 Uhr mittags ging hier z.B. nichts los. Was wir alles auf unserer Farm erleben und wie uns der harte Arbeitsalltag wieder bekommt, erfahrt ihr im nächsten Blog.

1 Kommentar:

  1. Zum ersten Mal schmunzeln musste ich schon bei der Überschrift: Wal-Heimat, tolles Wortspiel! ;) Tolle Wasser Fotos habt ihr gemacht, da bekommt man gleich Lust, sich mit in die Fluten zu stürzen. Übrigens, mit welchem Objektiv habt ihr das vorletzte Foto (runde Häuser) geschossen? Interessante Perspektive ;)

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