Freitag, 11. Juni 2010

Stadt, Land, Fluss…und viele Tiere

Hallo ihr Lieben! Lange ist es her, dass wir euch geschrieben haben.  Der Schreck des letzten Eintrages ist überwunden und es geht uns wieder gut. Wir haben unsere Ausfahrt Richtung Westen fortgesetzt, bis das Festland bei Augusta im südwestlichsten Zipfel Australiens aufhörte und arbeiten uns nur Richtung Norden hinauf. Gerade eben stehen wir mit Rudi in der Nähe von Geraldton am Strand und schauen auf das weite Meer. Aber beginnen möchten wir mit unserem Besuch in Hyden. Von Esperance aus nahmen wir ein Umweg von mehreren 100km  in Kauf, nur um einen Stein zu sehen – und es hat sich gelohnt!
Der Wave-Rock heisst nicht nur wie eine Welle, er sieht ihr sogar verdammt ähnlich. Mitten aus der flachen Steppe ragt er gigantische 13m senkrecht nach oben und tut so, als wäre er eine sich gerade überschlagende, gleich brechende Riesenwelle. Durch ablaufendes Regenwasser bekam er eine sehr schicke Musterung in der Steinflanke, die den Eindruck von einer Welle zusätzlich noch verstärkt. Das war sehr toll anzusehen. Gleich neben dem Waverock zeigte sich noch eine Steinhöhle, die ausschaute wie ein gähnendes Nilpferd. Man konnte sich dann mitten in den Rachen hineinstellen. Wie ein kleines Naturtheater war das. Wer also einen Stein hat, der wie irgendetwas anderes ausschaut, kann ihn dort abgeben! Natürlich ließen wir uns diese einmalige Gelegenheit nicht nehmen und packten das Bodyboard aus. Unter Einsatz größter Mut stürzten wir uns in die Fluten des Waverocks und bezwangen diese meterhohe Welle mit Leichtigkeit. Nach dieser gefährlichen Aktion hätten wir uns gleich für die Monsterwellen vor Hawaii qualifizieren müssen...

 
Nach diesem steinigen Highlight ging es dann weiter in unser persönliches Bermudadreieck, Albany, worüber wir ja schon in vorherigen Eintrag geschrieben haben. Kein Wort mehr dazu! Auf unserem Weg in die südwestlichste Ecke von WA, lag die Stadt Perberton mit ihrem einmaligen Karri-Wald. Der Karribaum ist eine Eukalyptusart, die über 80 m schnurgerade in die Himmel ragen kann. Früher wurden einige dieser Baumriesen in Feuerwachtürme umgebaut und mit einer Ausguckplattform versehen. Heute haben die Nationalparkbesucher die Chance, selbst einmal diesen hohen Aussichtspunkt zu besteigen. Allerdings hat sich das als gar nicht so einfach für unsere entspannten Nerven herausgestellt, denn es ging auf einer Art Wendeltreppe aus dicken Eisenstangen, die von außen in den Baum hereingeschlagen wurden, bis ganz nach oben. Dabei konnte man zwischen den eigenen Beinen senkrecht nach unten schauen – was in 75 m Höhe der Höhenangst einiges an Futter gegeben hat. Wir sind trozdem wieder heil unten angekommen und waren sogar drei Mal ganz oben, weil das Wetter und die Aussicht so schön waren. Ein kleiner tierischer Höhepunkt waren die Papageien im umliegenden Wald. Diese waren schon so sehr an Touristen gewöhnt, dass sie zahlreich erschienen und wir sogar welche auf der Hand halten konnten.


Der nächster Stopp auf unserer Reise Richtung Perth war Augusta. Hier befindet sich nicht nur die südwestlichste Spitze des australischen Kontinentes, sondern hier soll es auch im Winter viel Wale geben. Die Hochsaison beginnt dabei im Juni und reicht bis in den September hinein. Dann kommen die Buckelwale und die südlichen Glattwale aus der Antarktik hochgeschwommen um ihren Jungen das Wasser der Welt zu zeigen und sie aufzuziehen. Wir organisierten uns selbst eine "No-budget-whale-watching-tour" und probierten unser Glück auf eigene Faust. Dieser Ausflug sah folgendermassen aus: Wir fuhren mit dem Auto zur Küste und schauten stundenlang aufs Meer, in der Hoffnung einen Wal vom Land aus zu sehen. Nachdem wir am ersten Tag kein Glück hatten, erblickten wir jedoch zu Frühstück des folgenden Tages einen riesengrossen Southern Rightwhale direkt an der Kueste (ca. 100m vom Ufer entfernt) anhand der meterhohen Ausatemluft-Fontäne! Wir freuten uns riesig und beobachteten später sogar noch ein Mutter-Kind-Gespann weiter draussen auf dem Meer. Was die Tage in Augusta vollends zum Erfolg machen sollte, waren die Delphine, die sich im Flussdelta eingehaust haben. Auch von ihnen sahen wir zwei Exemplare direkt 20 Meter vor uns im Wasser und konnten sie lange  beim Jegen nach kleinerern Fischen beobachten. Es ist unglaublich, wie schnell diese recht großen Tiere unter Wasser sind. Mal springen sie dort heraus, um dann Sekunden später ganz wo anders zu erscheinen.

Von der Unterwasserwelt ging’s dann erstmal in die Welt unter der Erde. Die Lake-Cave erhielt ihren Namen aufgund eines Sees, der sich in 70m Tiefe in ihr befindet. Die Höhle war zwar klein, doch gerade durch den spiegelglatten See und die tolle Beleuchtung ergaben sich ganz schön Ansichten. Hier hingen tausende Stalaktiten wie Nadeln von der Decke herunter und einen mehrere Tonnen schweren, hängenden Tisch aus versteinerten Sedimenten gab es auch zu bestaunen.
Nun sind wir auf dem Weg nach Perth, immer an der Küste entlang, und sind gespannt, wie uns nach soviel Einsamkeit und Natur die Stadtluft wieder gefällt. Man ist gespannt!  


1 Kommentar: