Freitag, 11. Juni 2010

Perth und Umgebung

Nachdem wir wochenlang mit Rudi ausschließlich durch einsame, öde und verlassene Gegenden gerollt sind, erreichten wir letztlich den Großraum Perths. Perth ist die Hauptstadt des Bundesstaates WA und dementsprechend großflächig angelegt. Das Autofahren gestaltet sich in dieser Gegend, im Vergleich zu vorher, wesentlich anstrengender, da überall andere Auto, Ampel und Kreuzungen zu beachten sind und nun auch Parkmöglichkeiten gesucht werden müssen. Bisher konnten wir uns dort hinstellen, wo wir anhalten wollten. Das hat nie jemanden gestört, da ja auch nie jemand in unserer Nähe war! Auch das Übernachten wurde, wie in jeder Großstadtregion, schwerer. Die freien Übernachtungsplätze wurden langsam rarer, als wir uns Perth-City näherten. Trotzdem ist es eine sehr schöne Gegend, speziell der Küstenort Rockingham. Wir verbrachten 2 Tage an diesem Badeort und hatten neben traumhaftem Wetter auch das Glück einer sehr erfolgreichen Delphin-Bootsausfahrt. In den 2 Stunden auf See konnten wir ca. 30 verschiedene Delphine beobachten und sie mit dem Boot spielen sehen. Sie kamen bis auf eine Handlänge an das Boot heran und schauten uns aus dem Wasser aus direkt an. Das war beeindruckend! Und das ich 250 Bilder in wenigen Minuten machen kann, weiss ich nun auch! :-) Die Delphinbilder würde ich gerne meinen Cousinen und ihren Töchtern widmen – sie hatten sich so dolle Bilder ihrer Lieblingstiere gewünscht! Bitte schön!


Die zwei Tage in Perth verbrachten wir fast ausschliesslich mit organisatorischen Dingen oder mit Einkaufen. Katja bekam ihre Outdoorsachen zurück, ich ein bisschen Kamerazubehör und im Jobshop – einer Arbeitsagentur – sind wir nun auch angemeldet. Auch hatten wir uns entschlossen das erste Mal auf unserer Autoreise einen Campingplatz anzufahren. Bisher hatten wir immer wild oder auf „freecamping sites“ übernachtet und somit in 2,5 Monaten zu zweit erst 8 Dollar ausgegeben! Einen kleinen Sightseeing-Stadtrundgang haben wir natürlich auch gemacht. Einen der besten Blicke auf die Skyline bot sich uns vom südlichen Ufer des Swan River, der wegen seiner wilden schwarzen Schwäne so benannt wurde. In Australien gibt es übrigens nur schwarze Schwäne. Auch vom Kings Park, dem Naherholungsgebiet der Perther bot sich eine gute Aussicht auf die tolle Skyline. Das Wetter ist übrigens wieder bombig, die Sonne scheint den ganzen Tag bei milden 20 Grad. Da zog es uns schnell wieder an den Strand, so dass wir uns weiter gen Norden aufmachten.


Im 200 km entfernten Lancelin versuchten wir erneut unser Glück im Sandboarden, diesmal waren wir jedoch mit ordentlichen Material ausgerüstet. Das war vielleicht lustig. Man muss zwar nach jeder Abfahrt das Brett neu waxen, dafür kann man aber auch im Sand ganz schön schnell werden. Wenn nur nicht der Sand danach in jeder Körperritze hängen wuerde. :-)  
Nach dem Herumtoben im tiefen Sand stand wieder der Besuch eines Nationalparks auf dem Programm. Der Nambung Nationalpark ist bekannt für seine Kalksteinsäulen, den sogenannten Pinnacles, die hier zu Tausenden herumstehen. Diese bis zu 5m hohen Gebilde stehen eng an eng nebeneinander und geben vor allem zum Sonnenuntergang ein fantastisches Fotomotiv ab. Ein bisschen komisch geguckt haben wir, als wir das Schild „Pinnacles Drive“ gelesen haben, denn man kann hier tatsächlich nach amerikanischem Vorbild mit dem Auto hindurchfahren und braucht noch nicht einmal aussteigen. Das ist quasi ein Sightseeing-Drive-Through. Zum Glück gabs auch noch eine Wanderstrecke für die nicht ganz so fußfaulen Menschen.
So, wir fahren dann mal wieder ein bisschen weiter in die wärmeren Gefilde weiter im Norden, wo wir es auch im Schatten am Strand aushalten können. Bisher war es für längere Strandaufenthalte nämlich noch ein bisschen zu kalt. Vor allem das Wasser war recht frisch bis jetzt, sodass ich meine Schwimm- und Plantschleidenschaft noch nicht wirklich ausleben konnte. Lasst es euch gut gehen und bis bald!


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