Da die Großstadt Melbourne ein größeres Loch in unserer Reisekasse hinterließ als wir dachten, wollten wir unser Glück als Goldgräber versuchen. Wir machten uns auf den Weg in die Goldfields, genauer gesagt nach Ballarat, 100km westlich von Melbourne. Hier besuchten wir das schönste und am liebevollsten hergerichtete Museum, was wirbisher gesehen habe - ein Freilichtmuseum, welches uns in die Zeit um 1850 zurückversetzte. Alles war mit sehr viel Liebe fürs Detail nachgebaut - die Zelthütten, die Läden und Häuser, einfach alles. Sogar eine richtige Miene zum Abbau von Gold hatte man nachgestellt und überall liefen Leute in Kostümen im damaligen Stil herum. Bei verschiedenen Vorstellungen konnten wir dieHerstellung von einem Wagenrad aus Holz und von Süßigkeiten zuschauen und durten miterleben, wie ein 3kg schwerer Goldbarren gegossen wurde. Da wir auch selbst in den Genuss von Gold kommen wollten, gingen wir zum Fluss und schurften was das Zeug hielt…und wir haben sogar ein bisschen Gold gefunden, zwar ein paar ganz kleine Bröckchen. Diese wurden zwar im Oberlauf des Baches zugegeben, das Heruasfiltern dieser Partikel mit der Stahlpfanne war aber trotzdem eine mühevolle Aufgabe, die Konzentration verlangte. Sozusagen war es keine geeignete Aufgabe für Katja! :-)
Mit diesem neugewonnenen Reichtum machten wir uns auf zur berühmten Great Ocean Road. Diese hat nicht umsonst den Ruf der schönsten Küstenstraße weltweit, das wollen wir gleich bestätigen. Auf der ersten Hälfte der ca. 300 Kilometer langen Strasse dominieren wunderschöne Sand- und Surfstrände, während die zweite Hälfte eher mit einer Steilküste aufwartet. An dieser sieht man wunderschön Gesteinsformationen,wie die 12 Apostel (von denen nur noch 10 existieren) oder die vor einigen Jahren teilweise eingestürzte London Bridge. Bei schönstem Sonnenschein und warmen Temperaturen zeigten sich uns die Kalksteinfelsen von ihrer besten Seite. Der Küstenabschnitt am untersten Ende von Australien hat jedoch auch eine traurige Vergangenheit, denn ungefähr 80 Schiffe sind hier gesunken, bzw. an der Steilküste zerschellt. Alle diese Segelschiffe wollten die Meerenge zwischen Australien und Tasmanien durchfahren und sind im schlechten Wetter von ihrem Kurs abgekommen.Noch heute trägt die Küste den Namen Shipwreck Coast. Erst als 1860 am Cape Otway ein Leuchtturm errichtet wurde, konnte dem Matrosensterben ein Ende bereitet werden.
Auf dem Weg zum idyllisch gelegenen Cape Otway Lighthouse haben wir gleich neben der Strasse in den Eukalyptusbaumwipfeln viele der hier freilebenden Koalas entdeckt und konnten sogar einem ganz nah kommen. Er kletterte direkt neben uns im Gebüsch herum und ließ sich von nichts beim Fressen stören. Somit pirschten wir uns Meter für Meter an den Busch heran und hätten ihn fast anfassen können. Dies haben wir natürlich nicht gemacht, denn die Natur sollte vom Menschen nicht beeinträchtigt, bzw. gestört werden. Außerdem hätten wir sonst wie ein Eukalyptus-Bonbon gerochen - und das wollen wir ja nicht! In einem der schönen Strand- und Surforte zu Beginn der Great Ocean Road, wo einmal im Jahr die Weltmeisterschaften im Wellenreiten stattfinden, sahen wir sehr viele weiße Kakadus und rosafarbene Galas am Strand herumfliegen. Wir hielten sofort an, packten die Kameras aus und näherten uns ihnen. Die bisher so scheuen Papageien, blieben auch bei näher Herankommen friedlich sitzen und ließen sich problemlos fotografieren. Der erste Kontakt zur Vogelwelt ist somit hergestellt. Wir hoffen, es kommt noch öfters zu Annäherungen solcher Art!
Nachdem wir 3 Tage an der Great Ocean Road verbracht haben und viele der Sehenswürdigkeiten an unterschiedlichen Tageszeiten bestaunten, wurde es Zeit weiterzuziehen. Von der Küste ging es fortan landeinwärts in Richtung der Grampians. Dies ist ein kleineres Mittelbegirge und für uns für die nächsten paar tausend Kilometer höchstwahrscheinlich die letzten Berge die wir genießen können. Also hieß es, die Wanderschuhe auszupacken und ab auf den Trail! Überall lockten uns witzige erscheinende Kalksteinwipfel, kleinere Canyons und tiefe Steilwände. Von einer der Felswände hatten wir einen tollen Blick über den Hauptort "Hells Gap" und die umliegende, völlig flache Landschaft. Hier in den Grampians kamen wir erstmals mit der Kultur der Aboriginies in näheren Kontakt, indem wir eine alte Höhlenmalerei besuchten. Wir stellten uns dies irgendwie anders vor. Vielleicht komplexer? Wir können es nicht wirklich beschreiben, aber von dem einfachen "Gemälde", was auch ein Kleinkind hätte kritzeln können, waren wir nicht sonderlich begeistert. Aber der Weg zur Aboriginie-Malstätte war schön und wir stießen auf viele Kangurus und fanden einen tollen Schlafplatz - mitten im Nichts! Nun sind wir gerade auf schnellstem Wege über die Grenze vom Bundesstaat Victoria nach South Australia gefahren und wollen weiter gen Nordwesten Richtung Adelaide. Im Süden Australiens zieht so langsam der Herbst ein, senkt die Temperaturen und bringt viel Regen mit sich. Mit unserer Flucht nach Nord-Westen wollen wir diese Jahreszeit möglichst umgehen. Wir machen uns mal auf den Weg - bis bald und lasst auch mal wieder was von Euch hören.
Eure Katja und euer Christian.
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