Dienstag, 20. April 2010

Von Canberra nach Melbourne

Hallo ihr Lieben!
Wir haben in den letzten zwei Wochen sehr viele schöne Dinge erlebt und wollen euch nun auch wieder daran teilhaben lassen. Also, los geht´s! 
Nach der Besichtigung der australischen Hauptstadt Canberra sind wir als erstes in die Snowy Mountains, die australischen Alpen, gefahren. Für uns alpen-verwöhnte Europäer war das schon ziemlich lustig, sich vorzustellen, wie die Aussies hier im Winter dieses Hügelchen mit Ski und Snowboard herunterdüsen. Auf jeden Fall gibt es auch hier auf dem rotsten und trockensten aller Kontinente des Globus eine Region, wo manchmal im Jahr Schnee angefasst werden kann. Wir haben den höchsten Berg dieser Gebirgskette, den Mt. Kosziusko mit stattlichen 2230 Metern, bezwungen und sind Down Under damit aufs Dach gestiegen. Nachts war es aufgrund unserer Höhe und des anstehenden Winters ganz schön kalt, sodass wir jede verfügbare Decke und je 2 Schlafsäcke zum Zudecken nutzten. Morgen waren unsere Autoscheiben auch mit gefrorenem Reif bedeckt. Wir hätten nichts gegen eine kleine Pension gehabt.


Wie der Zufall so wollte konnten wir am Osterwochenende einem überregionalen Rodeo-Wettbewerb anschauen. Dieser fand auf einem abgelegenen Reiterhof statt. Wie ein riesiges Volksfest feierten die Gäste jede einzelne Show, bzw. jeden einzelnen Wettkampf. Von früh um 9 bis spät abends wurden unterschiedliche Kategorien wie z.B. das typische Bullenreiten oder das schnellstmögliche Fangen eines Bullen mit dem Lasso (alleine oder im Team) durchgeführt. Auch auf wild-gemachten Pferden konnten die Rodeos ihre Künste unter Beweis stellen. Vorher wurde dem armen Tier jedoch noch die Klöten abgebunden, damit es richtig wild wird. Beim "Bull Wrestling" hieß es, einem jüngeren Stier mit Hörnernauf den Boden zu bekommen und anschließend seine Beine zu fesseln. Es war beeindrucknd mit welcher Gewalt und mit welchem geschick die Cowboys zu Werke gingen und wie schnell die Aufgaben erledigt waren. Wärend der ganzen Zeit herrschte eine Bombenstimmung rings um den Rodeo-Platz herum und für uns war es ein super Erlebnis, da wir uns erstmals mitten unters Volk mischen konnten.


Nach dieser interessanten Zeit in den Snowy Mountains führte unser weiterer Weg wieder zurück zur Küste und somit Richtung Melbourne. Wir passierten unsere erste inneraustralische Grenze vom Bundesstaat New South Wales in den Staat Victoria und verließen somit die Heimat unseres Rudis. Wie oft er schon diese Runde gefahren ist? Man weiß es leider nicht. Doch bevor wir in Melbourne erste Großstadtluft schnupperten, wollten wir noch ein wenig die wilde Natur der Süd-Ost-Küste genießen und besuchten den Wilson Promontory Nationalpark. Dieser südlichste Zipfel vom australischen Festland ist bekannt für seinen Mix aus tollen Stränden, Regenwald und den dazwischenliegenden große Grassteppen, wo sich u.a. Kängurus wohlfühlen. Und so kam es, dass 5 Minuten nach dem Parkeingang auch schon das erste Känguru mitten auf der Straße saß und ein paar Meter weiter eine riesige Emuherde an unserem Wagen vorbeirannte. Die Wanderungen durch den (Ur-)Wald und am traumhaften Strand entlang, wo wir unglaublich schöne Sandmuster entdeckten, waren zwar super, aber am meisten hat es sich der Halt an den großen Grassteppen gelohnt. Nur ein paar hundert Meter vom Auto entfernt erspähten wir eine riesige Känguru- und eine Emuherde und konnten uns Meter für Meter heranpirschen. Letztendlich standen wir keine 5 Meter von der Gruppe Kängurus entfernt und fühlten uns total glücklich. 


Gleich am nächsten Tag hatten wir unser Tiererlebnis Nummer 3, 4 und 5 in Australien. Wir fuhren weiter westwärts und machten Rast auf Philipp Island, eine Insel ganz in der Nähe von Melbourne. Hier befindet sich ein bekanntes Koala-Reservat, welches sich die Aufzucht und den Schutz der bedrohten Tiere zur Aufgabe gemacht hat. So konnten wir diese knuddligen Vielschläfer (sie schlafen ca. 20 Stunden und wachen zwischendurch immer mal für ein paar Minuten zum Eukalyptusblätterfressen auf) von ganz nah beobachten. Hier haben wir uns auch das erste Mal in die großen australischen Wellen und ins Kalte Nass des Oceans geschmissen, doch das Wasser war schon noch sehr kalt und mehr als nur eine Erfrischung. Danach wollten wir eigentlich "nur" einer Pelikanfütterung beiwohnen, als die Frau, die die Fische verfütterte, ganz nebenbei erwähnte, dass vielleicht kommen noch ein paar Rochen vorbeikommen. Wir sollten doch keine Angst haben. Sie schmiß die restlichen Fische ins Wasser und tatsächlich kamen gleich 6 Stück dieser rießigen Stachelrochen angeschwommen. Das war einfach nur fantastisch. Ein Exemplar rubbte sich direkt vor unseren Füßen aus dem Wasser heraus um einen Fisch zu ergattern, der im sehr flachen Wasser lag. Danach robbte er wieder zurück. Einfach unglaublich! 


Am folgenden Tag erreichten wir auch schon Melbourne, die zweitgrößte Stadt Australiens (natürlich nach Sydney) und bekannt für ihre ausgeprägte Kunst- und Kulturscene. Leider war das Wetter nicht so berauschend für einen Stadtbummel. Es wechselte diesen Tag ständig zwischen strahlendem Sonnenschein und kräftigem Regenschauern. Unser persönliches Highlight war das Football-Spiel im großen Etihad-Stadium. Es spielten die Mannschaft von Melbourne gegen die aus Adelaide. Australischer Football ist überhaupt nicht mit amerikanischem Football zu vergleichen. Es ist eher ein wilder Mix aus amerikanischen Football, Rugby und unserem Fußball, mit etwas unverständlichen Regeln. Vor allem aber war es sehr schön anzuschauen, interessant die eingefleischten Fans zu beobachten und vor allen Dingen trocken. :-)
Nett war auch, das nach dem Spiel dieser benachbarten Erzrivalen Fans beider Mannschaften nebeneinander Heim gingen und es zu keinerlei Ausschreitungen, Ärgernissen oder snstigen störungen kam. Bei Thüringen-Derby zwischen erfurt und Jena wäre so etwas niemals denkbar. Das ist etwas, was man sich bei den Aussis abschauen könnte. Der Sport ansich entscheidet...der Fan schaut nur zu und feuert an!


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